Zur Harmonisierung der unterschiedlichen vertikalen Testmethoden in Europa wurde die Euro-Norm EN 13501-1 etabliert, die im Kern auf dem Single-Burning-Item-Test (SBI) basiert. Sie gilt in Deutschland parallel zur DIN 4102.
Der Prüfaufbau besteht aus zwei rechtwinklig angeordneten Paneelen, die eine Raumecke simulieren. Als thermische Last dient ein standardisierter Brandherd (äquivalent zu einem brennenden Papierkorb). Die Messdaten werden computerbasiert ausgewertet und differenziert dokumentiert:
Flammenausbreitung (Brandverhalten): Intensitätsstufen A bis F
Rauchentwicklung (Smoke Production): Intensitätsstufen s1 (gering), s2 (mittlerer Qualm), s3 (starke Rauchentwicklung)
Brennendes Abtropfen (Flaming Droplets): Intensitätsstufen d0 (kein Abtropfen), d1 (begrenztes Abtropfen), d2 (starkes Abtropfen/Abfallen)
Hinweis für die Materialprüfung: Da Textilien in der Praxis oft geklebt werden, empfiehlt die Normreihe EN 13501-1, Materialien sowohl im verklebten als auch im unverklebten Zustand sowie auf unterschiedlichen Trägermedien zu testen, um das reale Verbundverhalten vollständig abzubilden.
Bei der Normenreihe EN 13501-1 können viele unterschiedliche Kombinationen von Trägermaterialien und Klebstoffen eingesetzt werden. Um ein umfassendes Bild von dem Brandverhalten eines Materials zu erhalten, sollte dieses sowohl verklebt als auch nicht verklebt und auf unterschiedlichen Trägern getestet werden.

