Brandschutznormen im Überblick

Brandschutznormen im Objektbereich: Zertifizierungen für Polstermöbel & Textilien

Im gewerblichen und öffentlichen Bereich (Objektbereich wie Hotels, Gastronomie, Büros, Schulen, Pflegeheime und Krankenhäuser) ist der lückenlose Nachweis von Brandschutznormen gesetzlich verankert. Er dient dazu, die unkontrollierte Brandausbreitung durch Unachtsamkeit effektiv zu verhindern. Textilien und Polstermöbel, die diese anspruchsvollen, standardisierten Prüfverfahren akkreditierter Institute erfolgreich durchlaufen, gelten als schwer entflammbar. Für Planer, Architekten und Brandschutzbeauftragte haben wir nachfolgend die relevanten nationalen und europäischen Prüfverfahren, Klassifizierungen und Kennzahlen präzise zusammengefasst.

BS 5852 – Holzstapeltest (Britischer Standard)

Im internationalen Objektbereich werden Polsterschäume und Bezüge häufig nach der britischen Norm BS 5852 zertifiziert. Dieses Verfahren stellt hohe physikalische Anforderungen an den Verbund und korreliert in den oberen Stufen mit dem deutschen Papierkissentest.

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DIN 4102 – Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen (Deutsche Baustoff-Norm)

Die DIN 4102 klassifiziert reine Materialien und Stoffe nach ihrem Brennbarkeitsgrad (DIN 4102-1) und Bauteile nach ihrer Feuerwiderstandsfähigkeit (DIN 4102-2) in die Kategorien A (nicht brennbar) und B (brennbar).

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DIN 66084 – Klassifizierung des Brennverhaltens von Polsterverbunden

Streng genommen gibt es eine B1-Zertifizierung für komplette Möbel jedoch nicht, da diese aufgrund ihrer Abmessungen nicht in den standardisierten Brandschacht passen. Zudem sind Möbel keine homogenen Baustoffe, sondern komplexe Materialverbünde.

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DIN EN 45545-2 – Anforderungen an das Brandverhalten von Materialien in Schienenfahrzeugen

Die DIN EN 45545-2 definiert die werkstoffspezifischen Brandschutzanforderungen für Komponenten, die im Schienenfahrzeugbau eingesetzt werden.

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EN 1021 - Teil 1 (Zigarettentest) und 2 (Streichholztest)

Diese europaweite Norm untersucht, wie leicht sich Polstermöbel (also die Kombination aus Bezug und Schaumstoff) durch kleine Missgeschicke entzünden lassen.

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EN 13501 – Klassifizierung des Brandverhaltens von Bauprodukten (Europäische Norm)

Zur Harmonisierung der unterschiedlichen vertikalen Testmethoden in Europa wurde die Euro-Norm EN 13501-1 etabliert, die im Kern auf dem Single-Burning-Item-Test (SBI) basiert. Sie gilt in Deutschland parallel zur DIN 4102.

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ÖNORM B 3825 & ÖNORM A3800-1 (Österreichische Normen)

ÖNORM B 3825 (Für Bezugsstoffe): Auch hier simuliert das Labor eine Sitzgelegenheit. Eine Flamme wird direkt in den Knick zwischen Sitz und Lehne gerichtet. Damit der Stoff besteht, darf er nach dem Wegnehmen der Flamme maximal 10 Sekunden lang weiterbrennen und maximal 60 Sekunden lang nachglimmen.

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SN 198898 – Brennbarkeit und Rauchdichte (Schweizer Norm)

Diese Schweizer Prüfmetrik ist vergleichbar mit der deutschen DIN 4102 für Einzelmaterialien im Brandschacht

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SMV Brandschutz Versuch im Labor

SMV zeigt mit diesem Versuch (Papierkissentest DIN 54341), wie sich ein zertifizierter Polsterverbund P-a DIN 66084 im Vergleich zu einem Möbel mit lediglich einem B1 DIN 4102 geprüften Bezugsstoff in Verbindung mit einem Standard Polsterschaum verhält.



Möbel nach DIN 66084 p-a